Tabelle der Intrastat-Schwellen 2026 in Europa
Die Intrastat-Schwellen 2026 fallen innerhalb der EU sehr unterschiedlich aus. Die folgende Tabelle dient als Kontrollbasis für Unternehmen, die Waren zwischen EU-Mitgliedstaaten kaufen, verkaufen oder intern verlagern. Für die korrekte umsatzsteuerliche Registrierung im jeweiligen Mitgliedstaat prüfen Sie die dortigen Vorgaben.
| Land | Eingänge / Arrivals | Versendungen / Dispatches | Übliche Frist |
| Deutschland | 3.000.000 € | 1.000.000 € | 10. Arbeitstag |
| Österreich | 5.000.000 € | 1.200.000 € | 10. Arbeitstag |
| Belgien | 1.500.000 € | 1.000.000 € | 20. Tag des Monats |
| Bulgarien | 899.874 € | 1.150.407 € | 10. Tag des Monats |
| Zypern | 380.000 € | 75.000 € | 10. Tag des Monats |
| Kroatien | 450.000 € | 300.000 € | 15. Tag des Monats |
| Dänemark | 42.000.000 DKK | 11.800.000 DKK | 10. Arbeitstag |
| Spanien | 400.000 € | 400.000 € | 12. Tag des Monats |
| Estland | Für Eingänge nicht erforderlich | 325 000 EUR | 14. Kalendertag |
| Finnland | Für Eingänge nicht erforderlich | 800 000 EUR | 10. Arbeitstag |
| Frankreich | Auswahl per Schreiben / Stichprobe | Auswahl per Schreiben / Stichprobe | 10. Arbeitstag |
| Griechenland | 250.000 € | 90.000 € | 20. Arbeitstag |
| Ungarn | 500.000.000 HUF | 200.000.000 HUF | 15. Tag des Monats |
| Irland | 750.000 € | 750.000 € | 23. Arbeitstag |
| Italien | 2.000.000 € | Meldung der Verkäufe ab dem ersten Euro je nach Warenfluss | 25. Tag des Monats |
| Lettland | 350.000 € | 200.000 € | 10. Tag des Monats |
| Litauen | 600.000 € | 400.000 € | 10. Arbeitstag |
| Luxemburg | 250.000 € | 200.000 € | 16. Arbeitstag |
| Malta | 700 € | 700 € | 10. Arbeitstag |
| Niederlande | Auswahl durch die Statistikbehörde | Auswahl durch die Statistikbehörde | 10. Arbeitstag |
| Polen | 6.000.000 PLN | 2.800.000 PLN | 10. Tag des Monats |
| Portugal | 650.000 € | 600.000 € | 15. Tag des Monats |
| Tschechien | 15.000.000 CZK | 15.000.000 CZK | 12. Arbeitstag |
| Rumänien | 1.000.000 RON | 1.000.000 RON | 15. Tag des Monats |
| Slowakei | 1.000.000 € | 1.000.000 € | 15. Tag des Monats |
| Slowenien | 300.000 € | 280.000 € | 15. Tag des Monats |
| Schweden | 15.000.000 SEK | 12.000.000 SEK | 10. Arbeitstag |
| Nordirland | 500 000 GBP | 250 000 GBP | 21. Tag des Monats |
Diese Tabelle ist ein Kontrollinstrument. Vor einer operativen Meldung sollten Sie immer die aktuelle Veröffentlichung der zuständigen nationalen Behörde prüfen. Einige Länder unterscheiden vereinfachte Schwellen, detaillierte Schwellen, Branchenfälle oder Stichprobenerhebungen.
Was sich 2026 ändert
Für 2026 zeigen sich zwei Entwicklungen: Einige Schwellen steigen, und mehrere Behörden reduzieren die Erhebung von Eingängen. Das betrifft vor allem Staaten, die stärker mit den Versendungsdaten anderer EU-Mitgliedstaaten arbeiten.
Besonders relevant sind diese Punkte:
Deutschland behält die 2025 angehobenen Schwellen bei: 3.000.000 € für Eingänge und 1.000.000 € für Versendungen;
Zypern erhöht die Eingangsschwelle auf 380.000 €;
Estland senkt die Versendungsschwelle auf 325 000 EUR und erhebt keine Eingänge mehr;
Finnland erhebt keine Intrastat-Eingänge mehr, behält aber eine Versendungsschwelle von 800 000 EUR;
Griechenland erhöht die Eingangsschwelle auf 250.000 €;
Ungarn erhöht die Schwellen auf 500.000.000 HUF für Eingänge und 200.000.000 HUF für Versendungen;
Litauen erhöht die Eingangsschwelle auf 600.000 €;
Schweden behält die angehobene Versendungsschwelle von 12.000.000 SEK bei.
Prüfen Sie nicht nur den Gesamtumsatz. Der Intrastat-Test erfolgt je Warenfluss, je Meldeland und auf Basis physischer Warenbewegungen. Ein Unternehmen kann die Versendungsschwelle in Deutschland überschreiten, ohne die Eingangsschwelle in Spanien zu erreichen.
Intrastat und Zusammenfassende Meldung sauber trennen
Intrastat ist eine statistische Meldung für Warenbewegungen. Sie misst den Handel mit Waren zwischen EU-Mitgliedstaaten, nachdem Zollformalitäten innerhalb der EU weggefallen sind.
Rund um Intrastat kursieren mehrere Begriffe, die Sie klar auseinanderhalten sollten:
| Begriff | Funktion | Merken |
| Intrastat | Europäisches Statistiksystem für innergemeinschaftliche Warenbewegungen | Generischer Begriff in vielen Ländern |
| Intrahandelsstatistik | Deutsche Bezeichnung der monatlichen statistischen Intrastat-Meldung an Destatis | Rein statistische Meldung, keine Steuererklärung |
| Anmeldeschwelle | Schwellenwert, ab dem die Intrastat-Meldung je Warenfluss verpflichtend wird | Getrennt für Eingänge und Versendungen |
| Zusammenfassende Meldung (ZM) | Umsatzsteuerliche Zusammenfassung innergemeinschaftlicher Lieferungen und Leistungen | Steuerliche Meldung, getrennt von Intrastat |
| Dienstleistungen (B2B) | Innergemeinschaftliche B2B-Dienstleistungen, in Deutschland über die Zusammenfassende Meldung erfasst | Betrifft Dienstleistungen, nicht die Warenstatistik |
Der klassische Fehler besteht darin, statistische und steuerliche Meldung zu vermischen. Operativ müssen Sie zwei Logiken trennen:
physischer Warenfluss: Intrastat (Intrahandelsstatistik);
umsatzsteuerliche Kontrolle innergemeinschaftlicher Lieferungen: Zusammenfassende Meldung (ZM) / EC Sales List.
Wer muss eine Intrastat-Meldung abgeben?
Meldepflicht entsteht, wenn der Schwellenwert im betroffenen Land und Warenfluss überschritten wird. Die Prüfung richtet sich nach dem Mitgliedstaat, in dem die Bewegung zu melden ist.
Sie sollten drei Punkte prüfen:
das Land, in dem das Unternehmen ansässig oder umsatzsteuerlich registriert ist;
die Richtung des Warenflusses: Eingänge oder Versendungen;
den kumulierten Warenwert im Kalenderjahr oder Vorjahr, je nach nationaler Regel.
Betroffene Bewegungen können sein:
Warenverkäufe von einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen;
innergemeinschaftliche Wareneinkäufe;
Lagerverbringungen zwischen europäischen Standorten;
Warenrücksendungen;
Bewegungen im Zusammenhang mit Lohnveredelung oder Verarbeitung, je nach lokaler Regel.
Intrastat betrifft keine Dienstleistungen. Eine innergemeinschaftliche B2B-Dienstleistung kann je nach Land in eine Dienstleistungsmeldung oder EC Sales List fallen, gehört aber nicht in eine Intrastat-Warenmeldung.
Wie wird die Intrastat-Schwelle berechnet?
Die Schwelle wird auf Basis des statistischen Warenwerts ohne Umsatzsteuer geprüft. Maßgeblich ist nicht die Marge, der Gewinn, der konsolidierte Buchumsatz oder der Zahlungseingang.
Operativ funktioniert die Prüfung so:
Eingänge und Versendungen getrennt auswerten;
Warenflüsse nach Meldeland gruppieren;
Umsatzsteuer und sonstige Steuern ausschließen;
kumulierte Werte ab Jahresbeginn überwachen;
kumulierten Wert mit der jeweiligen Schwelle vergleichen;
Details je Rechnung, Lagerbewegung, KN-Code und Partnerland aufbewahren.
Beispiel: Ein in Deutschland registriertes Unternehmen versendet Waren im Wert von 1 050 000 EUR an Kunden und Lager in anderen Mitgliedstaaten. Damit überschreitet es die deutsche Versendungsschwelle von 1.000.000 €; der Versendungsfluss ist für Intrastat Deutschland meldepflichtig zu behandeln.
Intrastat-Kalender 2026 in Deutschland
In Deutschland müssen Intrastat-Meldungen spätestens am 10. Arbeitstag nach Ablauf des Berichtsmonats beim Statistischen Bundesamt (Destatis) eingehen. Eine Verlängerung dieser Frist ist nicht vorgesehen.
| Berichtsmonat | Frist 2026 (10. Arbeitstag) |
|---|---|
| Januar 2026 | 13. Februar 2026 |
| Februar 2026 | 13. März 2026 |
| März 2026 | 16. April 2026 |
| April 2026 | 18. Mai 2026 |
| Mai 2026 | 12. Juni 2026 |
| Juni 2026 | 14. Juli 2026 |
| Juli 2026 | 14. August 2026 |
| August 2026 | 14. September 2026 |
| September 2026 | 14. Oktober 2026 |
| Oktober 2026 | 13. November 2026 |
| November 2026 | 14. Dezember 2026 |
| Dezember 2026 | 15. Januar 2027 |
Dieser Kalender folgt den Vorgaben des Statistischen Bundesamts. Bei verspäteter Abgabe kann ein Bußgeld von bis zu 50 000 EUR pro fehlender Meldung verhängt werden.
Welche Daten gehören in Intrastat?
Die Intrastat-Meldung beschreibt die Ware und ihre Bewegung. Der Detailgrad hängt vom Land, vom Warenfluss und vom überschrittenen Schwellenwert ab, aber bestimmte Felder tauchen regelmäßig auf.
Bereiten Sie insbesondere diese Daten vor:
den KN-Code, also den Code der Kombinierten Nomenklatur; auf Englisch häufig CN code;
das Partnerland;
das Ursprungsland, insbesondere bei Versendungen im Rahmen der EU-Statistikregeln;
den Rechnungswert oder statistischen Wert;
die Eigenmasse;
zusätzliche Einheiten, wenn die Nomenklatur sie verlangt;
die Art des Geschäfts;
die Beförderungsart;
Korrekturen und Rücksendungen.
Legen Sie eine Mapping-Tabelle zwischen SKU, KN-Code und Ursprungsland an. Genau hier verlieren Teams beim Monatsabschluss am meisten Zeit, vor allem wenn Logistik und Finance nicht mit demselben Export arbeiten.
Intrastat-Code, KN-Code und TARIC: der Unterschied
Mit "Intrastat-Code" ist in der Praxis meistens der KN-Code der Kombinierten Nomenklatur gemeint. Er klassifiziert die Ware und ermöglicht den Behörden, Außenhandelsstatistiken zu erstellen.
Die Abgrenzung:
der KN-Code ist der 8-stellige statistische Code für innergemeinschaftliche Warenbewegungen;
TARIC ergänzt Unterteilungen für Zolltarife und handelspolitische Maßnahmen bei Einfuhren aus Drittländern;
die Nomenklaturen ändern sich jedes Jahr;
ein falscher Code kann die Intrastat-Meldung verfälschen, auch wenn die Rechnung korrekt ist.
Die Codierung sollte deshalb nicht erst beim Melden kontrolliert werden. Sie gehört in Produktanlage, ERP-Artikelstamm und logistische Stammdaten.
Sanktionen und Risiken bei Versäumnissen
Intrastat-Versäumnisse werden in Deutschland konkret sanktioniert. Eine verspätete, unvollständige oder fehlende Intrastat-Meldung kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden; bei wiederholten Versäumnissen steigt das Risiko entsprechend.
Die häufigsten Risiken:
keine Meldung trotz überschrittener Anmeldeschwelle;
verspätete Abgabe;
überschrittene Schwelle in einem Land ohne internes Alerting;
Verwechslung von physischen Warenflüssen und Rechnungsflüssen;
falscher KN-Code;
falsches Partnerland oder Ursprungsland;
fehlende Abstimmung mit der Zusammenfassenden Meldung (ZM).
Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, eine Rechnung oder eine innergemeinschaftliche Lieferung reicht für die Intrastat-Analyse nicht aus. Auslöser ist die physische Warenbewegung plus der statistische Schwellenwert des betroffenen Landes.
Monatliche Checkliste vor der Meldung
Intrastat sollte aus den Warenbewegungen entstehen, nicht aus einem Buchhaltungsexport am Monatsende. So reduzieren Sie Korrekturen und vermeiden, dass KN-Codes erst unter Zeitdruck geprüft werden.
Vor jeder Meldung:
EU-interne Warenbewegungen des Monats exportieren.
Eingänge, Versendungen, Rücksendungen und Lagerverbringungen trennen.
Schwellen je Land und Warenfluss prüfen.
KN-Codes und zusätzliche Einheiten kontrollieren.
Werte mit Rechnungen und Gutschriften abstimmen.
Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen die Kohärenz mit der Zusammenfassenden Meldung (ZM) prüfen.
Korrekturen und atypische Bewegungen dokumentieren.
Empfangsbestätigung oder Abgabenachweis archivieren.
Setzen Sie im ERP einen Alert bei 80 % eines Schwellenwerts. Wer erst beim tatsächlichen Überschreiten reagiert, hat oft zu wenig Zeit, KN-Codes, Ursprungsländer und Korrekturen belastbar zu prüfen.
Intrastat-Meldungen auslagern
Intrastat wird schnell zu einem Mehrländer-, Mehrfluss- und Mehrsystemthema. In der Praxis blockiert selten die Schwellentabelle selbst; kritisch ist die Datenqualität vor der Abgabe.
Mehr zur Zusammenfassenden Meldung in Deutschland. Ergänzend empfehle ich den Mehrwertsteuer in Deutschland.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Intrastat-Schwelle 2026?
Es gibt keine einheitliche EU-Schwelle. Jeder Mitgliedstaat legt eigene Schwellen für Eingänge und Versendungen fest. Deutschland nutzt 2026 zum Beispiel 3.000.000 € für Eingänge und 1.000.000 € für Versendungen; andere Mitgliedstaaten legen jeweils eigene Schwellen und Meldewege fest.
Sind Intrastat und die Zusammenfassende Meldung dasselbe?
Intrastat ist das europäische Statistiksystem für innergemeinschaftliche Warenbewegungen und rein statistisch. Die Zusammenfassende Meldung (ZM) ist dagegen eine umsatzsteuerliche Meldung. Beide sind strikt zu trennen: Intrastat erfasst physische Warenbewegungen, die ZM kontrolliert innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen.
Wer muss in Deutschland eine Intrastat-Meldung abgeben?
In Deutschland ist die Intrastat-Meldung verpflichtend, sobald ein Unternehmen die Anmeldeschwelle für Eingänge oder Versendungen überschreitet. Anders als in einigen Ländern gibt es keine Auswahl per Schreiben; maßgeblich ist allein das Überschreiten der Schwelle.
Welche Intrastat-Frist gilt für Dezember 2026?
Für den Berichtsmonat Dezember 2026 muss die Intrastat-Meldung in Deutschland bis zum 15. Januar 2027 (10. Arbeitstag) beim Statistischen Bundesamt eingehen. Allgemein gilt in Deutschland der 10. Arbeitstag nach dem Berichtsmonat.
Was ist der Unterschied zwischen Intrastat und der Zusammenfassenden Meldung?
Intrastat folgt den physischen Warenbewegungen zwischen Mitgliedstaaten. Die Zusammenfassende Meldung (ZM) ist eine steuerliche Meldung für die Umsatzsteuerkontrolle innergemeinschaftlicher Lieferungen. Eine Transaktion kann beide Prüfungen auslösen, aber die Zwecke sind getrennt.
Gehören Dienstleistungen in Intrastat?
Nein. Intrastat erfasst Warenbewegungen, keine Dienstleistungen. Innergemeinschaftliche B2B-Dienstleistungen können je nach Land in eine Dienstleistungsmeldung oder EC Sales List fallen, dürfen aber nicht in die Intrastat-Warenmeldung aufgenommen werden.
Sind Lagerverbringungen Intrastat-relevant?
Ja. Lagerverbringungen zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten können Intrastat-relevant sein, auch ohne sofortigen Kundenverkauf. Entscheidend sind Abgangsland, Bestimmungsland, Warenwert, Schwelle und nationale Meldevorschriften.
Was ist ein Intrastat-Code?
Der sogenannte Intrastat-Code ist in der Regel der KN-Code der Kombinierten Nomenklatur, auf Englisch CN code. Er klassifiziert die Ware. Ein falscher KN-Code kann die statistische Meldung unplausibel machen, selbst wenn die Rechnung stimmt.
Welche Sanktionen drohen bei fehlender Intrastat-Meldung?
In Deutschland kann eine verspätete oder fehlende Intrastat-Meldung als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden; die Höhe richtet sich nach Einzelfall und Dauer des Versäumnisses. In anderen Mitgliedstaaten gelten die jeweiligen nationalen Sanktionsregeln.
Betroffene Länder