Intrastat-Schwellen 2026 in der EU: Tabelle und Meldefristen
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Intrastat-Schwellen 2026 in der EU: Tabelle und Meldefristen

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Die Intrastat-Schwellen 2026 bestimmen, ab welchem Warenvolumen ein Unternehmen eine statistische Meldung in einem EU-Mitgliedstaat abgeben muss. Die Schwellen sind nicht EU-weit harmonisiert: Jeder Staat legt eigene Werte für Eingänge, Versendungen und Abgabefristen fest. In Deutschland gilt ein schwellenbasiertes System: Sobald ein Unternehmen die Anmeldeschwelle überschreitet, muss es die Intrastat-Meldung an das Statistische Bundesamt (Destatis) übermitteln, während die Zusammenfassende Meldung (ZM) weiterhin die steuerliche Zusammenfassung innergemeinschaftlicher Lieferungen bleibt. Entscheidend ist deshalb, Land, Warenfluss und Meldeart vor dem Monatsabschluss sauber zu trennen. Ausländische Unternehmen können einen Fiskalvertreter in Deutschland mit ihrer umsatzsteuerlichen Registrierung und ihren Meldungen beauftragen.

Illustration : entrepôt, palettes et camion — Intrastat

Tabelle der Intrastat-Schwellen 2026 in Europa

Die Intrastat-Schwellen 2026 fallen innerhalb der EU sehr unterschiedlich aus. Die folgende Tabelle dient als Kontrollbasis für Unternehmen, die Waren zwischen EU-Mitgliedstaaten kaufen, verkaufen oder intern verlagern. Für die korrekte umsatzsteuerliche Registrierung im jeweiligen Mitgliedstaat prüfen Sie die dortigen Vorgaben.

LandEingänge / ArrivalsVersendungen / DispatchesÜbliche Frist
Deutschland3.000.000 €1.000.000 €10. Arbeitstag
Österreich5.000.000 €1.200.000 €10. Arbeitstag
Belgien1.500.000 €1.000.000 €20. Tag des Monats
Bulgarien899.874 €1.150.407 €10. Tag des Monats
Zypern380.000 €75.000 €10. Tag des Monats
Kroatien450.000 €300.000 €15. Tag des Monats
Dänemark42.000.000 DKK11.800.000 DKK10. Arbeitstag
Spanien400.000 €400.000 €12. Tag des Monats
EstlandFür Eingänge nicht erforderlich325 000 EUR14. Kalendertag
FinnlandFür Eingänge nicht erforderlich800 000 EUR10. Arbeitstag
FrankreichAuswahl per Schreiben / StichprobeAuswahl per Schreiben / Stichprobe10. Arbeitstag
Griechenland250.000 €90.000 €20. Arbeitstag
Ungarn500.000.000 HUF200.000.000 HUF15. Tag des Monats
Irland750.000 €750.000 €23. Arbeitstag
Italien2.000.000 €Meldung der Verkäufe ab dem ersten Euro je nach Warenfluss25. Tag des Monats
Lettland350.000 €200.000 €10. Tag des Monats
Litauen600.000 €400.000 €10. Arbeitstag
Luxemburg250.000 €200.000 €16. Arbeitstag
Malta700 €700 €10. Arbeitstag
NiederlandeAuswahl durch die StatistikbehördeAuswahl durch die Statistikbehörde10. Arbeitstag
Polen6.000.000 PLN2.800.000 PLN10. Tag des Monats
Portugal650.000 €600.000 €15. Tag des Monats
Tschechien15.000.000 CZK15.000.000 CZK12. Arbeitstag
Rumänien1.000.000 RON1.000.000 RON15. Tag des Monats
Slowakei1.000.000 €1.000.000 €15. Tag des Monats
Slowenien300.000 €280.000 €15. Tag des Monats
Schweden15.000.000 SEK12.000.000 SEK10. Arbeitstag
Nordirland500 000 GBP250 000 GBP21. Tag des Monats

Was sich 2026 ändert

Für 2026 zeigen sich zwei Entwicklungen: Einige Schwellen steigen, und mehrere Behörden reduzieren die Erhebung von Eingängen. Das betrifft vor allem Staaten, die stärker mit den Versendungsdaten anderer EU-Mitgliedstaaten arbeiten.

Besonders relevant sind diese Punkte:

  • Deutschland behält die 2025 angehobenen Schwellen bei: 3.000.000 € für Eingänge und 1.000.000 € für Versendungen;

  • Zypern erhöht die Eingangsschwelle auf 380.000 €;

  • Estland senkt die Versendungsschwelle auf 325 000 EUR und erhebt keine Eingänge mehr;

  • Finnland erhebt keine Intrastat-Eingänge mehr, behält aber eine Versendungsschwelle von 800 000 EUR;

  • Griechenland erhöht die Eingangsschwelle auf 250.000 €;

  • Ungarn erhöht die Schwellen auf 500.000.000 HUF für Eingänge und 200.000.000 HUF für Versendungen;

  • Litauen erhöht die Eingangsschwelle auf 600.000 €;

  • Schweden behält die angehobene Versendungsschwelle von 12.000.000 SEK bei.

Intrastat und Zusammenfassende Meldung sauber trennen

Intrastat ist eine statistische Meldung für Warenbewegungen. Sie misst den Handel mit Waren zwischen EU-Mitgliedstaaten, nachdem Zollformalitäten innerhalb der EU weggefallen sind.

Rund um Intrastat kursieren mehrere Begriffe, die Sie klar auseinanderhalten sollten:

BegriffFunktionMerken
IntrastatEuropäisches Statistiksystem für innergemeinschaftliche WarenbewegungenGenerischer Begriff in vielen Ländern
IntrahandelsstatistikDeutsche Bezeichnung der monatlichen statistischen Intrastat-Meldung an DestatisRein statistische Meldung, keine Steuererklärung
AnmeldeschwelleSchwellenwert, ab dem die Intrastat-Meldung je Warenfluss verpflichtend wirdGetrennt für Eingänge und Versendungen
Zusammenfassende Meldung (ZM)Umsatzsteuerliche Zusammenfassung innergemeinschaftlicher Lieferungen und LeistungenSteuerliche Meldung, getrennt von Intrastat
Dienstleistungen (B2B)Innergemeinschaftliche B2B-Dienstleistungen, in Deutschland über die Zusammenfassende Meldung erfasstBetrifft Dienstleistungen, nicht die Warenstatistik

Der klassische Fehler besteht darin, statistische und steuerliche Meldung zu vermischen. Operativ müssen Sie zwei Logiken trennen:

  • physischer Warenfluss: Intrastat (Intrahandelsstatistik);

  • umsatzsteuerliche Kontrolle innergemeinschaftlicher Lieferungen: Zusammenfassende Meldung (ZM) / EC Sales List.

Wer muss eine Intrastat-Meldung abgeben?

Meldepflicht entsteht, wenn der Schwellenwert im betroffenen Land und Warenfluss überschritten wird. Die Prüfung richtet sich nach dem Mitgliedstaat, in dem die Bewegung zu melden ist.

Sie sollten drei Punkte prüfen:

  1. das Land, in dem das Unternehmen ansässig oder umsatzsteuerlich registriert ist;

  2. die Richtung des Warenflusses: Eingänge oder Versendungen;

  3. den kumulierten Warenwert im Kalenderjahr oder Vorjahr, je nach nationaler Regel.

Betroffene Bewegungen können sein:

  • Warenverkäufe von einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen;

  • innergemeinschaftliche Wareneinkäufe;

  • Lagerverbringungen zwischen europäischen Standorten;

  • Warenrücksendungen;

  • Bewegungen im Zusammenhang mit Lohnveredelung oder Verarbeitung, je nach lokaler Regel.

Wie wird die Intrastat-Schwelle berechnet?

Die Schwelle wird auf Basis des statistischen Warenwerts ohne Umsatzsteuer geprüft. Maßgeblich ist nicht die Marge, der Gewinn, der konsolidierte Buchumsatz oder der Zahlungseingang.

Operativ funktioniert die Prüfung so:

  • Eingänge und Versendungen getrennt auswerten;

  • Warenflüsse nach Meldeland gruppieren;

  • Umsatzsteuer und sonstige Steuern ausschließen;

  • kumulierte Werte ab Jahresbeginn überwachen;

  • kumulierten Wert mit der jeweiligen Schwelle vergleichen;

  • Details je Rechnung, Lagerbewegung, KN-Code und Partnerland aufbewahren.

Beispiel: Ein in Deutschland registriertes Unternehmen versendet Waren im Wert von 1 050 000 EUR an Kunden und Lager in anderen Mitgliedstaaten. Damit überschreitet es die deutsche Versendungsschwelle von 1.000.000 €; der Versendungsfluss ist für Intrastat Deutschland meldepflichtig zu behandeln.

Intrastat-Kalender 2026 in Deutschland

In Deutschland müssen Intrastat-Meldungen spätestens am 10. Arbeitstag nach Ablauf des Berichtsmonats beim Statistischen Bundesamt (Destatis) eingehen. Eine Verlängerung dieser Frist ist nicht vorgesehen.

BerichtsmonatFrist 2026 (10. Arbeitstag)
Januar 202613. Februar 2026
Februar 202613. März 2026
März 202616. April 2026
April 202618. Mai 2026
Mai 202612. Juni 2026
Juni 202614. Juli 2026
Juli 202614. August 2026
August 202614. September 2026
September 202614. Oktober 2026
Oktober 202613. November 2026
November 202614. Dezember 2026
Dezember 202615. Januar 2027

Dieser Kalender folgt den Vorgaben des Statistischen Bundesamts. Bei verspäteter Abgabe kann ein Bußgeld von bis zu 50 000 EUR pro fehlender Meldung verhängt werden.

Welche Daten gehören in Intrastat?

Die Intrastat-Meldung beschreibt die Ware und ihre Bewegung. Der Detailgrad hängt vom Land, vom Warenfluss und vom überschrittenen Schwellenwert ab, aber bestimmte Felder tauchen regelmäßig auf.

Bereiten Sie insbesondere diese Daten vor:

  • den KN-Code, also den Code der Kombinierten Nomenklatur; auf Englisch häufig CN code;

  • das Partnerland;

  • das Ursprungsland, insbesondere bei Versendungen im Rahmen der EU-Statistikregeln;

  • den Rechnungswert oder statistischen Wert;

  • die Eigenmasse;

  • zusätzliche Einheiten, wenn die Nomenklatur sie verlangt;

  • die Art des Geschäfts;

  • die Beförderungsart;

  • Korrekturen und Rücksendungen.

Intrastat-Code, KN-Code und TARIC: der Unterschied

Mit "Intrastat-Code" ist in der Praxis meistens der KN-Code der Kombinierten Nomenklatur gemeint. Er klassifiziert die Ware und ermöglicht den Behörden, Außenhandelsstatistiken zu erstellen.

Die Abgrenzung:

  • der KN-Code ist der 8-stellige statistische Code für innergemeinschaftliche Warenbewegungen;

  • TARIC ergänzt Unterteilungen für Zolltarife und handelspolitische Maßnahmen bei Einfuhren aus Drittländern;

  • die Nomenklaturen ändern sich jedes Jahr;

  • ein falscher Code kann die Intrastat-Meldung verfälschen, auch wenn die Rechnung korrekt ist.

Die Codierung sollte deshalb nicht erst beim Melden kontrolliert werden. Sie gehört in Produktanlage, ERP-Artikelstamm und logistische Stammdaten.

Sanktionen und Risiken bei Versäumnissen

Intrastat-Versäumnisse werden in Deutschland konkret sanktioniert. Eine verspätete, unvollständige oder fehlende Intrastat-Meldung kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden; bei wiederholten Versäumnissen steigt das Risiko entsprechend.

Die häufigsten Risiken:

  • keine Meldung trotz überschrittener Anmeldeschwelle;

  • verspätete Abgabe;

  • überschrittene Schwelle in einem Land ohne internes Alerting;

  • Verwechslung von physischen Warenflüssen und Rechnungsflüssen;

  • falscher KN-Code;

  • falsches Partnerland oder Ursprungsland;

  • fehlende Abstimmung mit der Zusammenfassenden Meldung (ZM).

Monatliche Checkliste vor der Meldung

Intrastat sollte aus den Warenbewegungen entstehen, nicht aus einem Buchhaltungsexport am Monatsende. So reduzieren Sie Korrekturen und vermeiden, dass KN-Codes erst unter Zeitdruck geprüft werden.

Vor jeder Meldung:

  1. EU-interne Warenbewegungen des Monats exportieren.

  2. Eingänge, Versendungen, Rücksendungen und Lagerverbringungen trennen.

  3. Schwellen je Land und Warenfluss prüfen.

  4. KN-Codes und zusätzliche Einheiten kontrollieren.

  5. Werte mit Rechnungen und Gutschriften abstimmen.

  6. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen die Kohärenz mit der Zusammenfassenden Meldung (ZM) prüfen.

  7. Korrekturen und atypische Bewegungen dokumentieren.

  8. Empfangsbestätigung oder Abgabenachweis archivieren.

Intrastat-Meldungen auslagern

Intrastat wird schnell zu einem Mehrländer-, Mehrfluss- und Mehrsystemthema. In der Praxis blockiert selten die Schwellentabelle selbst; kritisch ist die Datenqualität vor der Abgabe.

Mehr zur Zusammenfassenden Meldung in Deutschland. Ergänzend empfehle ich den Mehrwertsteuer in Deutschland.


Häufige Fragen

Wie hoch ist die Intrastat-Schwelle 2026?

Es gibt keine einheitliche EU-Schwelle. Jeder Mitgliedstaat legt eigene Schwellen für Eingänge und Versendungen fest. Deutschland nutzt 2026 zum Beispiel 3.000.000 € für Eingänge und 1.000.000 € für Versendungen; andere Mitgliedstaaten legen jeweils eigene Schwellen und Meldewege fest.

Sind Intrastat und die Zusammenfassende Meldung dasselbe?

Intrastat ist das europäische Statistiksystem für innergemeinschaftliche Warenbewegungen und rein statistisch. Die Zusammenfassende Meldung (ZM) ist dagegen eine umsatzsteuerliche Meldung. Beide sind strikt zu trennen: Intrastat erfasst physische Warenbewegungen, die ZM kontrolliert innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen.

Wer muss in Deutschland eine Intrastat-Meldung abgeben?

In Deutschland ist die Intrastat-Meldung verpflichtend, sobald ein Unternehmen die Anmeldeschwelle für Eingänge oder Versendungen überschreitet. Anders als in einigen Ländern gibt es keine Auswahl per Schreiben; maßgeblich ist allein das Überschreiten der Schwelle.

Welche Intrastat-Frist gilt für Dezember 2026?

Für den Berichtsmonat Dezember 2026 muss die Intrastat-Meldung in Deutschland bis zum 15. Januar 2027 (10. Arbeitstag) beim Statistischen Bundesamt eingehen. Allgemein gilt in Deutschland der 10. Arbeitstag nach dem Berichtsmonat.

Was ist der Unterschied zwischen Intrastat und der Zusammenfassenden Meldung?

Intrastat folgt den physischen Warenbewegungen zwischen Mitgliedstaaten. Die Zusammenfassende Meldung (ZM) ist eine steuerliche Meldung für die Umsatzsteuerkontrolle innergemeinschaftlicher Lieferungen. Eine Transaktion kann beide Prüfungen auslösen, aber die Zwecke sind getrennt.

Gehören Dienstleistungen in Intrastat?

Nein. Intrastat erfasst Warenbewegungen, keine Dienstleistungen. Innergemeinschaftliche B2B-Dienstleistungen können je nach Land in eine Dienstleistungsmeldung oder EC Sales List fallen, dürfen aber nicht in die Intrastat-Warenmeldung aufgenommen werden.

Sind Lagerverbringungen Intrastat-relevant?

Ja. Lagerverbringungen zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten können Intrastat-relevant sein, auch ohne sofortigen Kundenverkauf. Entscheidend sind Abgangsland, Bestimmungsland, Warenwert, Schwelle und nationale Meldevorschriften.

Was ist ein Intrastat-Code?

Der sogenannte Intrastat-Code ist in der Regel der KN-Code der Kombinierten Nomenklatur, auf Englisch CN code. Er klassifiziert die Ware. Ein falscher KN-Code kann die statistische Meldung unplausibel machen, selbst wenn die Rechnung stimmt.

Welche Sanktionen drohen bei fehlender Intrastat-Meldung?

In Deutschland kann eine verspätete oder fehlende Intrastat-Meldung als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden; die Höhe richtet sich nach Einzelfall und Dauer des Versäumnisses. In anderen Mitgliedstaaten gelten die jeweiligen nationalen Sanktionsregeln.

Betroffene Länder


natacha

Über den Autor

Natacha Petit

MwSt-Expertin

Als MwSt-Expertin bei Eurofiscalis berät Natacha Petit Unternehmen zu ihren Meldepflichten und ihrer Mehrwertsteuer-Compliance in Europa. Sie hilft Unternehmen, ihre grenzüberschreitenden Geschäfte abzusichern – von der Registrierung bis zur Erstattung ausländischer Mehrwertsteuer.